Auf einen Blick: Johannes Kiefer
| Name | Johannes Kiefer |
| Funktion | Inhaber, Winzer & Weinküfer |
| Betriebsstart | Gründung 2007 (im Alter von 19 Jahren) |
| Qualifikation | Winzer (u.a. Staatsweingut Freiburg), Weinküfer & verantwortlich für den Ausbau der Weine, Säfte, Essige und Sekte |
| Spezialisierung | Ökologischer Weinbau, PIWI-Rebsorten, Sektbereitung (eigene Versektung seit 2025) |
| Passion | Großkroniges Streuobst, Essigmanufaktur, traditionelles Handwerk |
| Standort | Altweg 97, 79356 Eichstetten am Kaiserstuhl |
Ein Schwabe am Kaiserstuhl – Geht das gut?
"Was macht eigentlich ein Schwabe im badischen Weinparadies?"
Geboren in Ulm-Söflingen, hat mich das Schicksal an den Kaiserstuhl verschlagen. Und ja, die Frage höre ich oft. Die Antwort ist simpel: Ich bringe die schwäbische Gründlichkeit in die badische Lebensfreude. Während man hier das Leben genießt, sorge ich mit einer gewissen „Tüftler-Mentalität“ dafür, dass im Weinberg und Keller alles bis ins letzte Detail stimmt.
Mein Weg war dabei alles andere als Standard: Erst die Schule, dann die harte Schule der Praxis. Meine Ausbildung zum Winzer absolvierte ich unter anderem beim Staatsweingut Freiburg sowie einem lokalen Lohnversekter. Für den Schliff als Weinküfer ging es zu einer der renommiertesten Winzergenossenschaften am Kaiserstuhl.
Danach kam die Zeit, in der ich mein „schwäbisches Arbeitstier“ erst richtig rauslassen konnte: In über 70 Betrieben war ich als fliegender Betriebsleiter im Einsatz, wenn Not am Mann war. Man sieht viel, man lernt viel – und man weiß danach ganz genau, wie man es selbst machen will.
2007, mit gerade einmal 19 Jahren, habe ich dann den Schritt gewagt und mein eigenes Ding gemacht: Das Ökologische Weingut Johannes Kiefer. Ohne Erbe, dafür mit viel Herzblut, dem Rückhalt meiner Familie und der Überzeugung, dass Bio am Kaiserstuhl die einzige Zukunft ist.
Vielfalt schafft Vielfalt
Meine schwäbische Herkunft hat mich zur Sparsamkeit inspiriert – nicht als Selbstzweck, sondern als Strategie. Den landwirtschaftlichen Betrieb habe ich mit bescheidenen Mitteln, aber so effizient und durchdacht wie möglich aufgebaut.
Mit minimalem Aufwand ein maximales Ergebnis zu erzielen, erfordert viel Flexibilität und Kreativität. Es geht darum, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie der Natur und dem Wein am meisten nützen, anstatt in teure Statussymbole zu investieren.
...und langweilig wird es dabei nie.
Veredelung – vom Rebstock bis zum digitalen Warenkorb
Wer mich kennt, weiß: Mein Herz schlägt nicht nur für den Wein, sondern für die gesamte Vielfalt unserer Kulturlandschaft. Besonders die großkronigen Streuobstbäume haben es mir angetan. Kein steriles Spalierobst, sondern lebendige Riesen, die Charakter zeigen.
Dabei verbinde ich meine Technikaffinität mit der Liebe zum traditionellen Handwerk. Nur Wein wäre mir auf Dauer zu langweilig. Mich reizt die Herausforderung, alles, was auf unserem Land wächst, zu veredeln. Ob ich mir ein eigenes System zur Bag-in-Box-Saftabfüllung austüftele oder mich nächtelang in die Kunst der Essigbrauerei vertiefe – der Reiz liegt im Machen.
Diese Leidenschaft für das „Selbermachen“ hört nicht an der Kellertür auf: Selbst die Plattform, auf der Sie sich gerade befinden, habe ich eigenhändig konzipiert und mit Leben gefüllt. Dieses digitale Handwerk ist für mich die logische Fortsetzung meiner Arbeit im Weinberg: Die gesamte Wertschöpfungskette bleibt so weit wie irgend möglich in meiner Hand – ohne Umwege, direkt vom Erzeuger zum Genießer.
Wenn eine neue Kultur bei uns einzieht, ist meine erste Überlegung: Wird daraus ein charakterstarker Essig, ein naturreiner Saft oder gebe ich die Früchte an Katharina für ihre besonderen Fruchtaufstriche ab?
Und dann ist da noch das Thema Perlen: Seit meiner Ausbildung hat mich die Sektbereitung nicht mehr losgelassen. Ende 2025 ist endlich der Startschuss für unsere eigene Versektung gefallen. Mein Kopf ist voller Ideen – von klassischen Winzersekten über Petnat bis hin zu besonderen Streuobst-Cidres. Die Reise hat gerade erst begonnen.
Vinifizierung? Veni, vidi, vici? Keller?
- Credo 1: Top-gesundes Lesegut.
- Credo 2: Sauberkeit ist der Schlüssel.
- Credo 3: Möglichst viel von Hand, möglichst wenig mit Maschinen.
- Credo 4: Gib dem Wein Zeit und Ruhe, die er braucht.
- Credo 5: Freue dich an den vielfältigen Aromen, die dir der Wein schenkt.
Lass uns handeln...
...und der Natur etwas zurückgeben.
Freude an der Vielfalt, die neue Vielfalt erschafft.
Ein Obstbaum trägt Jahr für Jahr Hunderte von Blüten,
und doch reichen nur wenige, um seine Art zu erhalten.
Vergiss nie, wie reich die Natur dich beschenkt.
— Johannes Kiefer
Vom Weinberg ins Glas
„Piwi-Sorten sind für mich kein Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung. Diese drei Erzeugnisse stehen stellvertretend für das, was wir am Kaiserstuhl erreichen wollen: Eigenständigkeit, Tiefe und ein Handwerk, das ohne Umwege im Glas ankommt.“
Der Charakterstarke
Souvignier Gris (trocken)
Ein Wein, der für mich die Zukunft des ökologischen Weinbaus am Kaiserstuhl verkörpert.
Der Genussvolle
Muscaris (lieblich)
Hier fasziniert mich die intensive Aromatik – ein Erlebnis für alle, die das Besondere suchen.
Alkoholfreie Alternative
Verjus
Unsere Antwort auf die Frage nach alkoholfreier Veredelung – frisch, pur und vielseitig.
Möchten Sie mehr über den Ausbau erfahren? Schreiben Sie mir gerne:
johannes@weingut-johannes-kiefer.de